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Spee, Trutnachtigall.
Leiblich man Leib genießen thut, Nur nicht in Leibsgestalten;
Unblutig nimmt man wahres Blut, Kein Sinn für Blut kann's halten. Denn alles ist verdunkelt gar Und, wie die Kirch' uns rühmet,
Mit Form und Schein ganz fremd fürwahr Ganz obenhin verblümet.
Wer nun in Brotgestalt verdeckt Als Gottmensch lag verborgen, Auch in des Weins Gestalten steckt:
Leg' ab die Wankelsorgen!
Du kannst nicht mehr in beiden gleich Als einen nur genießen;
Die Stückchen all sind auch so reich Und auch so viel ersprießen.
Wenn schon in zarte Brosamlein Der Brotschein ward zerkrümelt, Von Christi Leib doch sag' ich: Nein, Er wird drum nicht verstümmelt. So ganz wie halb ist er doch ganz, In großem ganz, in kleinem, Auch leuchtet dieser Sonnenglanz Nicht vielen mehr als einem.
Lebend'ger Leichnam unzerteilt Zugleich im Himmel droben Und hier an allen Orten weilt, Wo man das Brot erhoben. In vielmal tausend Kirchen dann, Auf mehr und mehr Altären ,. An so viel tausend Orten kann Man Christi Leib verzehren.


