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Trutznachtigall / von Friedrich Spee. Erneut von Karl Pannier
Entstehung
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Spee, Truznachtigall.

Seine groß- und kleinen Wunden Setzt er in den Himmel ein, Daß sie in den nächt'gen Stunden Niederstrahlen roten Schein.

Unterdessen er die Seinen Auch besuchet manches Mal, Läßt in ihren Herzen scheinen Manchen süßen Freudenstrahl. Sie, mit Jubel überladen Wegen seiner Wiederkehr, Nur in lauter Wonne baden, Danken ihm die Heimkunft sehr.

Jesu, dir nun deine Kinder, Dir die wache Hirtenzunft, Dir die Schäflein, dir die Rinder Danken deine Wiederkunft.

Dir die Böcklein, dir die Geißen, Dir die zarten Lämmerlein

Hin und wider, ungeheißen, Hüpfen, springen insgemein.

Schau, die Schäflein ihre Wollen Dir zum Willkomm bieten dar, Und mit ihrer Brust, der vollen, Danket dir die weiße Schar. Deiner sie nun mit Verlangen Warten auf der bunten Flur, Wären, nur von Lust befangen, Gern von dir geleitet nur.

Sie, an deinen Ruf gewöhnet, Kennen deinen Hirtenſtab; Wölfe, noch so stark bezähnet, Treiben sie dir nimmer ab.