Spee, Truhnachtigall.
Wir auf Harf' und Laute tasten, Spielen unserm lieben Christ, Der im Grab nicht wollte rasten, Der dem Tod entfahren ist.
Schauet, liebe Hirten, schauet, Wie er bricht der Hölle Macht. Was der bleiche Tod gebauet, Wieder er zu nichte macht. Schaut, ihr Hirten, schaut, ihr lieben,
Wie er vor dem Morgenrot Frühe, nicht zurückgetrieben
Von der Wach', ersteht vom Tod.
Aus dem tiefsten Schlaf erwecket, Läßt er seine Lagerstatt
Und, die Arm' emporgestrecket, Sucht er in der Luft den Pfad. Flamm' und Fackel sich verstecken Müssen vor dem hellen Schein; Gleich die Sterne sich bedecken, Ziehen ihre Strahlen ein.
Er empor zur Sonne schwebet, Macht sich selber lichten Tag, Sie der Arbeit überhebet, Daß sie ihm kann folgen nach. Er die besten Bahnen reiſet, Zeiget ihr den besten Lauf Und die längste Straß' ihr weiset, Läßt sie wieder dann hinauf.
Auch die Nacht läßt hell er flammen, Weist die Stern' aus ihrer Bahn, Löst sie von der Wacht allsammen, Ordnet andre Lichter an.
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