Druckschrift 
Trutznachtigall / von Friedrich Spee. Erneut von Karl Pannier
Entstehung
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Spee, Truhnachtigall.

Zu Kohlen mich doch nicht verseng', Brauch' nicht zu strenge Qualen, Dich weisen laß, halt' Ziel und Maß Und sende lindre Strahlen.

O Jesu Arm' und Hände weiß, Ihr Schwesterlein des Schwanen, Umfasset mich nicht lind und leis, Darf ich zu Griffen mahnen. Stark heftet mich an seine Brust, Daß ich mich satt dran weine:

Ich mach' ihn weich, mir ist's bewußt, Und wär' das Herz von Steine.

O Sesu mein, du schöner Held, Lang' warten macht verdrießen: Groß' Lieb' mir nach dem Leben stellt, Wann soll ich dein genießen?

O süße Brust, du hast, o Luft! Mich nun an dich gezogen:

O mildes Herz! nun Pein und Schmerz Sind in den Wind verflogen.

Allhie will ich nun rasten lind, Auf Jesu Brust gebunden, Allhie mag mich Kupido blind Bis in den Tod verwunden. Am Herzen Jesu sterben hin Ist mir in Wonne leben, Ist nur verlieren mit Gewinn, Ist tot im Leben schweben.

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