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Spee, Trutnachtigall.
2.
Ein Liebesgesang der Gespons Jefu.
Der Morgenröte Stirne rein War nie so schön gezieret,
Der Frühling nach des Winters Pein So fein nie ausstaffieret,
Die weiche Brust der Schwanen weiß War nie so wohl gebleichet,
Die güldnen Pfeil' der Sonne heiß Nie so mit Glanz bereichet:
Wie Jesu Wangen, Stirn und Mund Mit Gnad' sind übergoffen: Lieb' hat aus seinen Äuglein rund Fast tausend Pfeil' verschoffen, Hat mir mein Herz verwundet ſehr, Wie süß brennt das inwendig! Kann kaum vor Liebe rasten mehr Und weine nun beständig.
Wie Perlen klar vom Orient Vom Aug' mir Thränen schießen, Wie Rosenwässer wohlgebrennt Mir Thränen überfließen. O keusche Lieb', Kupido rein, Wo deine Glut erfühle, Tauch' deine heißen Fittig' ein, Daß ich dich minder fühle.
Zu scharf ist mir dein heißer Brand,
Zu schnell sind deine Flügel, Drum nur aus Thränen mit Verstand Flecht' ich dir Zaum und Zügel.


