Druckschrift 
Trutznachtigall / von Friedrich Spee. Erneut von Karl Pannier
Entstehung
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Spee, Trugnachtigall.

Es thut gar manche Fahrten Und wechselt Ort und Luft: Bald findest du's im Garten Betrübt an hohler Kluft, Bald wieder froh es singet Zusamt der süßen Lerch', Gott lobend es umklinget Den Öl- und andern Berg.

Auch schwebt es auf den Weiden Und will beim Hirten sein, Wo Cedron kommt zu scheiden Manch grünen Wiesenrain; Thut fein zusammenraffen Die Verslein in Bezwang Und setzt sich zu den Schafen, Pfeift manchen Hirtensang.

Auch wieder da nicht bleibt es, Klimmt in den Wind hinein, Die leere Luft zertreibt es, Mit schwanken Federlein; Setzt sich an knorr'ge Eichen Zur schnöden Schädelstatt, Will kaum von dannen weichen, Wird Kreuz und Bein nicht satt.

Mit ihm empor mich schwinge Und manchem schwebend ob Den Lorbeerkranz ersinge In deutschem Gotteslob! Den Leser nicht verdrieße Der Zeit und Stunden lang, Ich hoff', ihm's noch ersprieße Zu gleichem Zithersang.

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