14
Spee, Truhnachtigall.
Die sanften Wind' in Lüften Auch ihre Flüglein schwach An Hand und Fuß und Hüften, Erschütteln mit Gemach; ¹)
Gleich rauschen an den Bäumen Die Zweige lind berührt, Sich zur Musik nicht säumen, Daß alles jubiliert.
Doch süßer noch erklinget Ein eignes Vögelein, Das seinen Sang vollbringet Bei Mond- und Sonnenschein: Truhnachtigall mit Namen Wird es nunmehr genannt, Das wilden viel und zahmen Vorgeht ganz unbekannt.
Truhnachtigall man's nennet, Wund ist's vom süßen Pfeil: In Lieb' es lieblich brennet, Wird nie der Wunden heil. Geld, Pomp und Pracht auf Erden Und Lust sind ihm nur Spott, Es achtet's für Beschwerden, Sucht nur den schönen Gott.
Es klingt nur aller Orten
Von Gott und Gottes Sohn, Nur zu des Himmels Pforten Verweist es allen Ton.
Von Baum zu Baum es springet, Durchstreichet Berg und Thal, In Feld und Wald es singet, Weiß keiner Noten Zahl.
1) Gemächlichkeit.


