Druckschrift 
Trutznachtigall / von Friedrich Spee. Erneut von Karl Pannier
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Spee, Trutnachtigall.

5

Sicherheit die Autorschaft Spees und Spee ist schon bei seinen Lebzeiten bestimmt als Verfaffer bekannt gewesen.

Das Buch erregte ungeheures Aufsehen, die erste Auf­lage war nach Jahresfrist vergriffen und es wurde in das Französische und Holländische übersetzt. Leider hatte die Schrift nur geringen materiellen Erfolg, denn das Unwesen der Herenverfolgung stand noch das ganze siebzehnte Jahr­Hundert hindurch in Blüte.

Nach noch nicht zweijähriger Thätigkeit in Würzburg kehrte Spee nach Köln zurück und ging von da in das Bistum Hildesheim, und zwar nach Peine, um dort im Auftrage des Kurfürsten Ferdinand, Bischofs von Köln, die Gegenreformation durchzuführen. Im November 1628 zog er in Peine ein und begann seine neue Thätigkeit, die ihm nach dem erschütternden Berufe in Würzburg eine wahre Herzenserquicklung sein mußte. Seine liebenswürdige, von wahrhaft christlicher Gesinnung durchdrungene Persön­lichkeit und die Biederkeit seines Charakters schufen ihm bald selbst unter den ihres Amtes entsetzten protestantischen Geistlicheit viele Freunde und trugen nicht wenig zur er­folgreichen Durchführung der Gegenreformation bei, wenn ihm auch, wie erklärlich, aus seiner Thätigkeit manche Feind­schaft erwuchs. Dies zeigt ein auf ihn am 29. April 1629 unternommener Mordanfall. Die dabei erhaltenen Ver­letzungen zwangen ihn, seine Thätigkeit aufzugeben. Elf Wochen lag er krank in Hildesheim und begab sich dann zur Erholung nach Corvey, wo er über ein Jahr blieb.

1631 wurde er in sein Kloster nach Köln zurückberufen und war dort wieder als Professor der Philosophie und Moraltheologie mit großem Erfolge thätig.

Nicht lange scheint seines Bleibens in Köln gewesen zu sein, denn im Jahre 1634 finden wir ihn in Trier. Mit selbstloser Aufopferung pflegte er dort, als die Stadt im März von den Kaiserlichen und Spaniern belagert wurde und es dem Grafen Ritterberg gelungen war, in die Stadt einzubringen, die im Straßenkampfe verwundeten Krieger und sprach ihnen, sich mitten unter die Kämpfen­den mischend, im Sterben Trost zut. Seinen Fürbitten ge­lang es, beim Grafen Ritterberg die Heimkehr der Ge­