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Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauche der Reformirten Gemeinden
Entstehung
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des Herzens ic.

Jeder

eder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick, den ich zus rücklege, bringt mich meinem Tode immer näher, und was ists, daß ich hier noch zu leben habe? Herr, lehre mich meine Hinfälligkeit mit Ernst bedenken, damit ich weislich die Zeit anwende, welche deine Gnade mir hier noch zu meinem Besten gönuet. Du hast mich nicht für die wenigen Tage bestimmt, die ich hier zubringe, ein andres, und nicht aufhörendes Leben steht mir nach deis ner weisen Anordnung bevor, und wie viel hat das nicht auf sich, da ich eben in demselben empfangen foll, nachs dem ich gehandelt habe, es sey gut oder böse. Preis, Ehre und unvergängliches Wesen wirst du da nur denen geben, die dich hier lieben und Gutes thun lernen, Trübfal und Angst aber über alle Seelen kommen lassen, die den Suns den ergeben sind und Böses thun. Laß mich diesen genauen und wichtigen Zusammenhang des jeßigen Lebens mit dem zukünftigen stets vor Augen haben, und erwecke mich das durch zur ernstlichen Sorgfalt in einer dir ergebenen guten Gesinnung, gewissenhaft das in allen Fällen meines hie. figen Lebens zu beobachten, was vor dir recht ist. Dieß ist die einzige rechte Zubereitung zu einem feeligen Tode und zu einer erfreulichen Ewigkeit, und die Foß mich doch nicht unbedachtsam, oder verführt durch falsche Hoffs nungen, versäumen, und das um so weniger, da diese Versäumniß durch nichts ersetzt werden kann. Schneller als ich es denke, kann das Ende meines zeitlichen Lebens kommen, darum gieb, daß ich das nie auf den ungewissen Morgen verschiebe, was nach deinem Willen noch heute. von mir geschehen kann und foll, und da ich im Tode alles Frrdische gewiß verlassen muß, so bewahre mich, daß ich an nichts Zeitliches mein Herz hänge, und mir dadurch meinen Abschied aus der Welt schwer mache. Lehre es, mich vielmehr so brauchen, daß ich es mit gutem Gewissen zurück laffen, und auch dann noch wann ich es nicht mehr haben kann, mich ewig freuen fönne, es einmal gehabt zu haben. Hilf mir nach denen bessern Gütern der Seele trachten, die mir kein Tod rauben kann, und regiere mich in meinem ganzen noch übrigen Leben mit deinem Geiste so daß ich eine Seele voll deiner Erfenntniß und Liebe, gereis nigt von Sünden, und versichert von deiner Gnade, aus C Dien

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