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Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauche der Reformirten Gemeinden
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Andachten und Erweckungen

zu erweisen, und laß die Krankheit des Leibes zur Gene. fung meiner Seele gereichen. Vergieb mir alle Fehler, womit ich mich unter meinem Leiden an dir und deiner guten Vorschung verfündige; Ach Gott! hab ich mich diesen Tag so verhalten, wie es diene Liebe und mein Gewissen erforderten? Habe ich die Geduid, den Muth, das Ver. trauen auf dich bewiesen, wie ich sollte? Diente ich den Umstehenden zum Beyspiel christlicher Sanftmuth und Ges laffenheit? Erkenne ich meine Fehler, bereue ich sie auf richtig, wünsche ich sie zu verbessern, bestrebe ich mich aus allen Kräften es zu thun? Denke ich versöhnlich an meine Feinde, vedlich gegen meine Freunde, liebreich gegen alle Menschen? Vater! vergieb mir die Mängel und Gebrechen, die ich noch an mir trage. Beurtheile meine Chaten und Gesinnungen nicht nach einer strengen Gerechtigkeit, sondern nach deiner unendlichen Barmhers zigkeit; Erwecke und vermehre in mir die Kraft mich zu beffern, und noch vor meinem Ende weiser und vorsich tiger zu werden. Flösse du mir selbst gute und fromme Gedanken ein, lenfe meinen Willen zur Haltung deis ner heiligen Gebote. Mit diesen Gesinnungen über laffe ich mich in dieser Nacht demer gürtgen Fürsorge. Sey du mein Licht, mein Trost, und meine Zuversicht. Tröste und stärke du mich, und alle Kranken und Leidenden auf unserm Erdboden. Behüte auch die lieben Meinigen. Belohne alle, die Kranten bestehen, und ihnen ihre Noth lindern und mildern. Erhalte ihnen Gesundheit und Kräfte, und wenn sie auch frank werden, führe ihnen liebreiche Helfer und Menschenliebende Gemüther zu. Wenn diese Nacht die lehte meines Lebens seyn sollte, so schenke mir ein seeliges Ende; Verzeihe mir in Gnaden alle meine Ulebertretungen, und mache mich zum Erde deines Lichts, zum frohen Theilgenoß der ewigen Herr­lichkeit. Amen.

Pf. 94, 19. Ich hatte viel Betümmernis in meinem Herzen: aber deine Tröstungen ergößzen meine Seele.

2. Gebet um rechte Todesvorbereitung.

Pf. 39, 5. Herr lchre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich da von muß.

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