34
Andachten und Erweckungen
dieser Welt in jene herüber nehmen könne. Zu was für einer Zeit und in welchen äusserlichen Umständen mich dann auch immer der Tod treffen möge, so wird er in solcher Verfaffung allemal Gewinn für mich seyn, und dazu hilf mir nach deiner Barmherzigkeit durch Christum. Amen. P. 90, D. 12. Herr, lehre uns bedenken, daß wir sters ben müssen, auf daß wir flug werden.
21. Gebeth bei herannahendem Ende.
Pr. 25, 17. 18. Die Angst meines Herzens ist groß: führe mich aus meinen Nöthen. Siehe an meinen Jammer und Elend, und vergieb mir alle meine Sünde.
Gelebet feyst du, o Gott und Vater unsers Herrn Jeſu Christi! daß du uns nach deiner großen Barmherzigkeit wiedergebohren haft zu etner lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Todten, zu einem unvergånglichen, unbefleckten, und unverwelklichen Erbe, das denen im Himmel aufbehalten wird, die aus deiner Macht durch den Glauben zur Seeligkeit bewahret werden. O! wie seelig ist die Hoffnung, welche du deinen Gläubis gen geschenket hast! Jesus unser Haupt lebet, wir seine Glieder sollen auch leben, bey ihm seyn, seine Herrlichkeit sehen, dich, o Gott! schauen. Was für Glanz, Anmuth, und Freuden wird uns in jener Welt umgeben! was für aus, nehmende Werke wird uns der weite Himmel zeigen, wo du, o Gott, deine völlige Herrlichkeit offenbarest, und wo teine Sünde, kein Fluch, fein Elend, feine Tyran. ney der Gottlosen mehr Statt findet! Hier erkennen wir dich, o höchstes Gut! nur noch in einem dunkeln Worte, und unsere Augen sind zu schwach, einen gröffern Glanz von deinem Licht zu ertragen; dort aber sehen wir dich von Angesicht zu Angesicht, hier ringen wir zu Zeiten mit traurigen Zweifeln, dort erkennen wir alles deutlich mit völliger Ueberzeugung und steter Ruhe. Wie entzückend wird diese Erkenntniß seyn! Hier seufzen fromme Seelen unter der ihnen unerträglichen Last sündlicher Triebe: durch deine Gnade haben sie das sehnlichste Verlangen, dir, o Gott! recht gefällig zu seyn, und dem Heilande nachzus folgen: allein die Sünde flebet uns noch immerdar an, die


