Druckschrift 
Vollständiges Christkatholisches Gebethbuch / von Michael Hauber, Erzbischöfl. geistl. Rathe, Hofpreidiger und Hofkaplan. Mit Bewilligung des Fürsterzbischöfl. Ordinariates Wien, der hochw. General-Vicariate der Erzbisthümer München-Freysing u. Bamberg, und der Bisthümer Augsburg [usw.]
Entstehung
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an den frommen Bether.

XIII

vom Verderben: so bekenne ich durch dieses Gebeth, daß ich ohne Dich nichts vermag; daß alles Gute, und alle Kraft es zu vollbringen, von Dir herkömmt. Und das bestärket mich im Vertrauen auf Dich und macht mir neuen Muth. Aber fern sey es von mir, mich so darauf zu verlassen, daß Du Alles als lein thun, ohne mein Wollen und Bestreben, durch ein Wunder deiner Gnadenkraft mich zum Heiligen umschaffen, und mich mit Gewalt in den Himmel zies hen werdest. Nein, meine Trägheit und meinen Leicht­sinn unterstüßest Du nicht: ohne meine ernstliche Mit­wirkung kannst und willst Du mich weder heilig, noch selig machen; nur mit meinem freyen Willen, mit An­strengung meiner eigenen Kräfte muß ich es werden. Nur unter dieser Bedingniß kann ich auf Dich ver­trauen und hoffen.

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Du erlaubest mir auch, mein Vater! um mein zeit Aber da habe ich erst liches Wohl Dich zu bitten. wohl zu bedenken, ob das, was ich wünsche, auch wahrs haft gut ist, ob es mir schon jest, und in der Zukunft ersprießlich seyn wird, ob es mich selbst bess ser machen kann; denn wie oft werde ich vom Schein geblendet, wie oft schon hat mich meine Einbildung und Erwartung betrogen! Und wie dürfte ich etwas verlangen, das zwar mir vortheilhaft, aber meinem Nächsten nachtheilig seyn könnte, der auch dein Kind ist, wie ich, und für den Du auch, wie für mich, vás terlich sorgest? Vielmehr soll ich ja nur darum meinen Zustand zu verbessern suchen, damit ich auch Andern dadurch nůzlich werden möge.

Aber auch bey der besten Meinung und Absicht