Druckschrift 
Vollständiges Christkatholisches Gebethbuch / von Michael Hauber, Erzbischöfl. geistl. Rathe, Hofpreidiger und Hofkaplan. Mit Bewilligung des Fürsterzbischöfl. Ordinariates Wien, der hochw. General-Vicariate der Erzbisthümer München-Freysing u. Bamberg, und der Bisthümer Augsburg [usw.]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

XIV

Vorwort

darf ich von Dir nicht Wunder fodern, noch erwarten, daß Du meinetwegen von deiner weisen Ordnung, nach welcher Du den Gang der Dinge eingerichtet hast, ab. gehen sollst, obwohl dein Arm nicht abgekürzt ist, und Du als Herr der Natur auch den Elementen gebietest. Das hast Du mir niemals verheißen, sondern Du hast mir Vernunft gegeben, um nachzudenken, wie ich mir erst selbst helfen, oder wo ich Hülfe suchen soll, welche Mittel und Vorsicht ich anzuwenden, Sindernisse ich zu überwinden, welche wahrscheinliche Aussichten ich vor mir habe; damit ich mich nicht mit vergeblichen Wünschen und Hoffnungen aufhalte und quale.

welche

--

-

Vater! nicht mein, sondern dein Wille ges fchehe! Dieß Gebeth deines Sohnes sen auch allzeit das meinige. Es ist das beste, das sicherste, das trist. lichste. Kein Eigensinn, kein Kleinmuth, keine Unge­duld mische sich darein. Ich bin ein kurzsichtiges Kind, das oft selbst nicht weiß, was es begehrt. Du Vater! verstehst und meinst Alles auf's Beste; Dir überlasse ich getrost den Erfolg, wenn ich mein Mög­lichstes gethan habe. Erhalte ich nicht, was ich suche, seßen sich meinen redlichsten Bemühungen Hindernisse entgegen, die ich nicht vorhersehen, noch heben kann; so will ich doch nicht murren, noch zagen, sondern mich dadurch beruhigen, daß Du, o Gott! es nicht ges. wollt, nicht für gut gefunden hast; daß es mir vielleicht, wenigstens jest noch nicht nüglich, oder nicht möglich war;

daß Du mir dafür ein größe res Glück bereitest, wenn ich mich durch fortgesente Besserung, Fleiß und Tugendübung dazu fähig mache; daß endlich unter deiner weisen Regierung auch aus

-