an den frommen Wether.
XI
meinem Besten lenken. Ja es ist schon besser um mich, wenn ich recht gebethet habe. Ist es doch schon Ers leichterung, wenn man einem Freunde seine Noth klagen kann? Welcher Trost für mich, daß Du, o Gott! meine Klagen und stillsten Seuffer hörest, daß ich mein Herz vor Dir ausschütten, und meines Kummers mich entladen kann! So wird es mir dann leichter, um's Herz, heiterer im Gemüthe; ich werde beruhigt, gestärkt und auf Alles gefaßt, was Du, mein Gott! mit mir machen wirst, und ich fase neuen Muth.
Soll auch das, um was ich bitte, gleich nicht ge= schehen können; so weiß ich doch, daß Alles nach deinem Willen gehen muß, und der ist immer der beste. Selbst Jesus, mein Erlöser, konnte mit sei nem Flehen den bittern Kelch nicht von sich entfernen. Aber wie gestärkt stand Er vom Gebethe auf; wie standhaft ging Er seinem Leiden entgegen; und wie selig war der Ausgang desselben! Dieß sen auch mein Trost, wenn ich nicht gleich und allezeit Hülfe er lange, wie ich es wünsche.
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Dwie groß ist die Wohlthat und Kraft des wahren Gebethes! wie tröstend und stärkend ist es!- Es soll mich immer besser, und edler gesinnt, zufriedener und deiner Gaben würdiger machen; darum hast Du es zum Mittel und zur Bedingniß verordnet, viele deiner Gaben und Wohlthaten zu erhalten. Kann mir wohl das Bethen noch eine beschwerliche Pflicht seyn? Muß ich es nicht für mein größtes Glück schäßen, daß ich armes Geschöpf mit Dir, meinem Schöpfer, mich so nahe bekannt machen, so vertraulich umgehen, und von meinen Angelegenheiten reden kann, wie ein Kind mit seinem Vater! O laß mich daben nur die wahre Absicht und Weise zu bethen nie verfehlen, da
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