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wem soll ich also die Erstlinge meiner Empfindung bringen, als Dir, unbegreifliches Wesen! das mich schuf? Du bist ein Geist, und ich ein
Sterblicher:
begreifen kann ich Dich nie, aber fühlen kann ich wohl durch Deine Werke, wer Du Höre mich, Allgütiger! höre das Geschöpf, Du bist die Liebe!-
bist. das zu Dir ruft;
Ja, die Liebe bist Du denn Liebe verkündigen alle Deine Werke. Die aufgehende Son verkündigt Deine Majestät, und die Wonne dieses Morgens Deine Güte. Ich sehe heut' meinen Vater wieder meine Gattin meine Kinder- meine
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Freunde
sie sind gesund, und eilen freudig wieder in meine Arme. Wer sorgte für sie, für die Lieben, als ich schlief? Wer schüßte sie vor den Gefahren der Nacht? Du, Gott der Güte! und mein Herz soll Dich nicht lieben? Was heißt aber Dich lieben? Das will ich überdenken. Dich lieben, heißt Deine Gebote halten, und Deine Gebote sind Liebe. Was fordert das unbegreifliche Wesen von mir, das mich schuf?- Welche sind die Befehle des Beherrschers der Welten? Liebe! erwiedert die ganze Natur. Liebe Gott, liebe dich, liebe deinen Nächsten! Ich hatte einen Vater, und ich liebte ihn; ich habe
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