nicht der Geschmack desjenigen sein, dem das Lob Gottes unangenehm vorkömmt? Gib es nicht zu, erbarmender Gott! daß das Gebet, welches doch sonst alle Uebel zu heilen pflegt, durch meine große Nachlässigkeit und Gemüthszerstreuung mir zur Sünde werde! Wie mag ich einer Ausschweifung Plaß geben, da ich so nöthig hätte, die Zerstreuungen so vieler Menschen, die Deiner vergessen haben, in einer Stunde zu ersetzen! Mit welcher Ehrerbietung aber werde ich vor Dir erscheinen müssen, der Du verlangst, daß ich statt aller Sünder, welche Dich verunehren, statt aller Kinder, die Dich nicht kennen, und statt aller Geschöpfe, denen die Sprache fehlt, loben soll!- Warum hältst Du aber, o Herr! so viel auf das Lob eines armseligen Menschen? Welche Ehre ist für einen Hausvater größer, von seinen Söhnen oder von verworfenen Knechten gelobt zu werden? Vielleicht das Lettere; wenn nämlich die Knechte das Vergnügen zu erkennen geben, das sie in seinem Dienste empfinden. Es gereicht dem König David zur Ehre, daß ihn nicht nur die vornehmsten Hofbeamten, sondern auch die geringsten Dienstboten lobten. Gott ist es eine Ehre, wenn ihn die Engel preisen, die er verherrlicht hat; aber bisweilen ist die Ehre noch größer, wenn ihn die Menschen
1*


