Erinnerung und Trost für Unfruchtbare 663
gem Flehen erzwingen wollen, denn sonst giebt ihnen Gott im Zorn Kinder zur Strafe. 6) Es sollen hiebei fruchtbare Ehefrauen den Spruch Pauli recht verstehen, 1 Tim. 2, 15: Ein Weib wird selig werden durch( oder eigentlich beim) Kinderzeugen. Paulus thut diesen Ausspruch zum Trost der Ehefrauen in Geburtsschmerzen und Kindesnöthen, zum Trost solcher, die je ein Opfer ihres Mutterberufs werden sollten. Er hält ihnen die gewisse Hoffnung der Seligkeit vor, wenn sie bleiben im Glauben, in der Liebe und in der Heiligung sammt der Zucht; d. h. in christlichem Sinne und Wandel. 7) Es sollen christliche Ehefrauen auch die Zeit erwarten und im Gebet um Kindersegen anhalten. Einige Bäume tragen gleich in den ersten Jahren Frucht, andere aber erst nach Verfluß mehrerer Jahre. Darum sollen kinderlose Eheleute nicht alle Hoffnung wegwerfen, sondern an Sara, an Hanna, an das Weib des Manoah im Buche der Richter, und an Elisabeth, das Weib des Zacharias gedenken. 8) Hiebei sollen sich Eheleute auch fleißig vor gegenseitigem Mißvergnügen hüten, wenn die Frau die Schuld auf den Mann, und der Mann auf die Frau schieben wollte, sondern gedenken, daß es Gott sei, der ihnen die Frucht des Leibes nicht geben will, 1. B. Moſe 30, V. 2. 9) Läßt Gott es frommen Eheleuten an Kindern fehlen, so sollen sie desto mehr in der Liebe Jesu zunehmen, und da diejenigen, welche Kinder haben, so oft am Gebet, am Gottesdienst und an der Erbauung durch die Kinder verhindert werden, so können sie desto mehr dem Dienst Gottes unverhindert und ungestört abwarten. 10) Schenkt Gott christlichen Eheleuten keine leiblichen Kinder, so sollen sie desto mehr die Armen sich empfohlen sein


