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Erinnerung und Trost
Laffen, fremden Kindern Gutes thun, sie kleiden, in die Schule schicken, zu ihrer Erziehung helfen, welche Kinder dann solche Eheleute am jüngsten Tage als Vater und Mutter preisen, und auch vor Gott rühmen werden: diese haben mich gekleidet, geſpeiset und getränket, Matth. 25. 11) Endlich mögen Eheleute sich fragen, ob sie etwa Kinderbesitz nicht genug als Gabe Gottes ansehen? Meinten sie, es sei bloße Naturgabe, welche von ihnen abhangt, so fehlen und irren sie und Gott will ihnen durch Vorenthaltung des Ehesegens zeigen, daß es nicht sowohl bei ihnen selbst stehe, sondern daß Kinder eine Gabe des Herrn seien, um die er will gebeten sein, wie wir 1 Mofis 25. 21. es sehen. Deshalb sollen kinderlose EheLeute sich des Murrens und der Ungeduld enthalten, und
wäre
ob ihr Haus einsam und ohne Kinder daran denken, daß sie, nach seligem Absterben, drüben sich in der Gesellschaft vieler heiligen Engel befinden und sich mit ihnen vor dem Thron Gottes erfreuen dürfen.
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Gebet.
Herr, Herr, was willst du mir geben? ich gehe ohne Kinder dahin. Ach, mein Gott! ich sehe, wie du Andern den Chesegen mit reichem Maß zutheilſt, aber mir hast du denselben bisher vorenthalten und nicht gegeben. Herr, Herr, laß mich doch dieses Alles mit christlicher Gelassenheit als deinen gnädigen Willen geduldig aufnehmen. Ich


