Heil. Nothburga, Dienstmagd.
er war aus einem reichen und angesehenen ein armer und verachteter Herr geworden. Wann die Landleute an Rottenburg vorübergingen und das halbzerstörte Schloß anfahen, sprachen sie: ,, So geht es, das hat der Herr Graf Heinrich an der frommen Nothburga und den armen Leuten verdient. Mit welchem Maße man einmißt, mit dem wird einem wieder ausgemessen." Der Herr Graf Heinrich sah am Ende solches selbst ein, und sprach zut sich: Das sind die Strafen des Himmels, ich habe die heilige Dienstmagd schnöde behandelt, und sie aus meinem Schlosse vertrieben und damit zugleich Gottes Heil und Segen." Und er gedachte der Worte seiner Frau Gemahlin Ottilia und seiner seligen Mutter, und beschloß, Nothburga aufzuſuchen und wieder zu Ehren zu bringen. Sobald es Morgen war, ließ er sich sein Pferd aufzäumen, und ritt den Innfluß entlang dem Eben zu, die fromme Jungfrau zu sus chen. Diese arbeitete eben auf dem Felde, und da er sie gewahrte, stieg er ab, und ging zu Fuß auf dem Acker hinein. Hier angekome men, warf sich der Graf Heinrich der Dienstmagd des Bauern zu Füßen, und sprach: Verzeihet mir, Nothburga, ich habe Euch
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