Heil. Nothburga, Dienstmagd.
Die fromme Dienstmagv aber sprach:„ Ihr wisset, daß ich es ausbedungen habe, den Feierabend vor den Sonn- und Feiertagen gehörig halten zu dürfen. Lasset mich also beten." Doch der Bauer bestand auf seiner Forderung, und wollte Nothburga zwingen, nach seinem Willen zu thun. Allein mun sah sie gegen Himmel, streckte die Sichel aus in die Luft, und sprach: ,, Wenn meine Bedingung dieses Feierzeichens wegen recht und löblich ist, so zeige es diese Sichel!" Als sie dieses gesprochen hatte, zog sie die Hand zu rück, und die Sichel schwebte frei in der Luft und glänzte im Sonnenschein. Der Bauer erschrack sehr, als er dieses sah, und nöthigte weder an diesem Feierabend, noch sonst, wenn man das Zeichen mit der Glocke an den andern Feierabenden gab, Nothburga zu arbeiten.
Indeß die heilige Magd bei dem Bauersmanne im Dienste war, hatte Herr Graf Heinrich von Rottenburg verschiedene Schicksale und Unglücksfälle erlebt und erduldet. Sein eigener Bruder Siegfried war gegen ihn zu Felde gezogen, und hatte seine Besizungen verheert, und seine Schlösser, als: Rottenburg, Traßberg, Rettenberg und Friedberg gänzlich oder theilweise zerstört und verbrannt;
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