Druckschrift 
Blumen aus Tirol : ein Büchlein zur Erbauung und Unterhaltung / gesammelt von einem Priester der Diözese Brixen
Entstehung
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Heil. Nothburga, Dienstmagd.

Bauersmann, ihr zu gestatten, daß sie nach dem Schlosse gehe. Der Bauersmann ge­stattete es, und Nothburga ging hin, die kranke Gräfin zu besuchen. Als sie auf dem Schlosse angekommen war, führte man ſie in die Kammer, in der Ottilia frank lag. Diese hatte indessen allen Stolz und alles herrsch­süchtige Wesen abgelegt; sie fing an zu wei­nen, da ste Nothburga sah, und streckte ihr die Hand entgegen, und sprach: ,, Liebe Noth­burga, verzeihe mir; ich habe dich aus dem Schlosse vertrieben, und die viel Leid ange­than; und doch kommst du zu mir, mich in meiner Krankheit zu besuchen, verzeihe mir!" Nothburga fing gleichfalls zu weinen an, als sie die Gräfin elendiglich daliegen sah, und sprach: O liebe Frau Gräfin, ich habe nie­mals einen Haß gegen Euch in meinem Her­zen getragen. Doch wendet jetzt Euren Sinn ganz dem lieben Gott zu, daß er Euch gnå­dig ind barmherzig sei in Euren letzten Stünd­lein, und Euch Eure Sünden verzeihe! Das ist das Beste."

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Solches that denn auch Ottilia von gan­zem Herzen, und ehe sie starb, ließ sie ihren Gemahl Heinrich vor das Bett fommen, und ſprach zu ihm: Lieber Herr Gemahl, ich