Heil. Nothburga, Dienstmagd.
Eben hieß. Hier stand ein Bauernhaus, nicht weit davon e'n Kirchlein, dem heiligen Rupertus geweiht, und über demselben sah man einen Berg mit Schnee bedeckt, den man den Hartenberg nennt. Nothburga ging in das Haus des Bauersmannes, und fragte ihn, ob er keine Dienstmagd nöthig habe. Der Bauersmann bejahte es, worauf Nothburga als Magd in dem Hause blieb. Sie arbeitete fortan mit allem Fleiße auf dem Felde, und besorgte im Hause die Geschäfte wohl und gut, so daß sich der Bauersmann keine bessere Dienstmagd hätte wünschen können. Am liebsten aber ging ste, so oft sie nur konnte, in das nahe gelegene Rupertuskirchlein, allda zu beten, und an die himmlischen Dinge zu denken. Wann sie auf dem Wege dorthin das Schloß Rottenburg von Ferne liegen sah, vergaß sie es nie, ihrer bajelbst wohnenden Herrschaft im Gebete eingedenk zu sein, und desgleichen für die abgestorbenen Seelen des gottseligen Grafen Heinrich und der frommen Gutta zu Gott zu flehen.
Es währte nicht sehr lange, so hörte fie, daß Gräfin Ottilia an einer schweren Krankheit darniederliege. Sie bat deshalb den
2
17


