Heil. Nothburga, Dienstmagd.
kommen durften, damit zu erquicken. Wäh rend sie so ihres Weges dahin ging, kam plößlich der Graf daher geritten, und verlangte zornig, zu wissen, was sie Verborgenes trage. Nothburga that die Schürze auf, und der Graf gewahrte darin anstatt der Speisen nur Holzspäne. Er ergrimmte höchlich bei diesem Anblick, indem er gedachte, Nothburga wolle seiner spotten, und ritt, ohne ein Wort zu sagen, in das Schloß. Daselbst erzählte er Ottilien das Begebniß, und diese, froh eine Gelegenheit gefunden zu haben, um Nothburga zu schaden, stimmte ein in den Verdacht des Grafen. Sobald die fromme Jungfrau wiederum in das Schloß zurückgekommen war, fuhr sie der Graf mit rauhen Worten an, und hieß sie, sogleich das Schloß zu verlassen, indem er solcherlei Leute nicht in seinen Diensten brauchen könne. Nothburga schwieg zu allen Schmähungen ihres Herrn, dem sie doch so treu unb redlich gedient hatte, und packte ihre Habseligkeit zusammen, und ging unter heißen Thränen den Schloßberg hinab. Darauf wanderte sie neben dem Innfluße hin, bis sic an einen Ort kam, nicht sehr weit vom Rottenburger Schloße, der die Ebene oder auf dein
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