Heil. Nothburga, Dienstmagd.
Segen für unser Haus. Ottilia versprach, nach ihren Worten zu thun, worauf Gutta noch von ihrem Sohne Heinrich und von Nothburga Abschied nahm, und im Herrn starb. Bei der Leiche ihrer lieben Frau empfand Nothburga ein Herzensleid, wie nie zuvor in ihrem Leben, und es war ihr, als sollten mun für sie gar harte und schwere Tage kommen. Also geschah es auch.
Sobald Ottilia Herrin im Hause war, und ihr Niemand etwas einzureden hatte, vergaß sie der guten Ermahnungen ihrer seligen Schwiegermutter, und verbot Nothburgen, den armen Leuten irgend etwas zu geben, selbst nichts von dem, was sie sich erspart hatte. Zugleich wußte sie ihren Gemahl so zu bethören, daß er alle Nothleidenden mit rauhen Worten vom Schloße hinwegweisen ließ; ja sie durften nicht einmahl mehr in die Nähe desselben kommen. Das schnitt Nothburga's Herz gleich einem scharfen Mefser durch, und sie vermochte es nicht, diesem harten und grausamen Befehle nachzukommen. Gines Tages nahm sie einige übrig gebliebene Eßwaaren, that dieselben in ihre Schürze, und trug sie heimlich den Schloßberg hinab, um die Armen, welche nicht mehr herauf
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