14 Heil. Nothburga, Dienstmagd.
melt war. Nothburga ging alsdann zu ihnen, und erquickte sie mit Speis und Trank; oftmals aß sie sich selbst nicht satt, um den Hungernden geben zu können, oder ste opferte ihren eignen Lohn daran. Zugleich ermahnte sie dieselben, ein frommes Leben zu führen, und Gottes Gebothe zu halten. Der Graf und die Gräfin unterstüßten die gute Köchin, mur Ottilia ihre Schwiegertochter, deren Herz hart war, hatte einen heimlichen Groll und Alerger auf die Dienstmagd Nothburga. Dies währte beinahe sechs Jahre; da starben Nothburga's Eltern, und auch der Herr Graf Heinrich verließ das Zeitliche. Die fromme Gräfin Gutta hatte nun auch keine Freude mehr in dieser Welt, grämte sich gar sehr, und fiel in eine schwere Krankheit. Als ihr legtes Stündlein herankam, ließ sie ihre Schwiegertochter an ihr Bett kommen, und nahm ihre Hand, und sprach: ,, Liebe Ottilia, ich werde jetzt zu meinem seligen Gemahle Heinrich in das ewige Leben gehen; immerdar habe ich die ar men Leute wohl gelitten, und ihnen Almosen gegeben, thue auch du deßgleichen; infonders heit ehre und schäße meine liebe Nothburga, und hindere sie nicht, den Armen Gutes zu thun. Gott ist mit ihr, sie ist ein großer


