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Ev. Joh. 19, 30.
Und Jesus neigte Sein Haupt und verschied."
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Ein frommer Mann erzählt von seiner Stimmung am Charfreitag:» Es war mir an diesem Tage oft so wunderbar zu Muthe. Ich hatte ein Sehnen und wußte nicht wonach. Ich suchte Bilder in der Natur, sie sollten nur aussprechen, was ich fühlte und sie konnten es nicht. Ich sahe mich um im Menschenleben, da sprach mich auch nichts an. Oft wünschte ich an diesem Tage den Fuß beflügeln zu können. Ich hätte am Strome sein und Schiffende, an einer Heerstraße und viele Wandernde sehen mögen, aber ich wollte mit den Schif fenden nicht fahren und mit den Wandernden nicht ziehen. Und wenn ich mir dann alles so angesehen hatte, so war mir's, als starre ich in eine öde Welt hinaus, wo alles mir winke, und nichts mich faßte, dann war mir nur wohl, wenn ich ein Kreuz fahe.<< Und weiter mag ich heute auch nichts sehen, als Sein Kreuz und Ihn am Kreuze mit dem gebeugten Haupte, der zerfallenen Brust, den eingesunkenen Augen, der bleichen Gestalt:
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Sieh Sein Aug', aus dessen Blicken Liebe strahlte und Entzücken, Ach erloschen ist es ganz! Auf den Gliedern blut'ge Nässe, Auf den Wangen Todesblässe, Auf dem Haupt der Dornenkranz!
Unter namenlosen Schmerzen Dringet Ihm der Tod zum Herzen Und Er giebt die Seele auf. Sieh es, Welt, für die Gr büßet, Fließt, ihr Wehmuthsthränen, fließet, Nichts verhindre euren Lauf.
Ja, mein Heiland, Dein zu denken, Ganz in Dich mich zu versenken, Sei mir immer heilige Pflicht.


