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Die heilige Passion : gefeiert in Liedern, Betrachtungen und Gebeten / hrsg. von dem Christlichen Vereine im Nördlichen Deutschland
Entstehung
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Sünden untergehen lassen. Vermehre auch die auf Dich gegründete Zuversicht je mehr und mehr, damit ich erkenne, daß Du keinen verstößeft, der zu Dir kommt und noch viel weniger in der letzten Noth die Seufzer derer verschmähest, die Dich um Deinen Beistand und eine selige Auflösung anflehen. Gieb mir zu bedenken, daß Du Deine Arme am Kreuze so weit ausgestreckt haft, um Deine Geneigt­heit und Begierde zu zeigen, alle diejenigen, welche am Ende ihres Lebens zu Dir fliehen, Deinen Schuß und Deine Erlösung von allem Uebel suchen und um gnädige Aufnahme in Dein himmlisches Reich flehentlich bitten, auf das Liebreichste zu empfangen. Deßwegen laß auch mich so felig sein, aus einem gläubigen Herzen in meinem legten Stündlein zu seufzen: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Vater, ich befehle meinen Geist in Deine Hände." Amen.

Der stille Freitag.

Melod. Christus, der ist mein Leben ze.

O Tag, so schwarz und trübe, Wie düstre Mitternacht! O Tag, so warm von Liebe, Wie's feine Sonne macht! Dich schwärzen finstre Thaten, Du brüteft schweres Leid, Du zeigst den Herrn verrathen, Den Herrn der Herrlichkeit!

An greuelhafte Gründe Führst du den scheuen Fuß; Und ungeheure Sünde, Das ist dein Morgengruß! Und Liebe ohne Ende, Aus Gottes Vaterhaus, Sie breitet hier die Hände Am Kreuze segnend aus.

Verfolgt vom blut'gen Haffen Vergießt sie für die Welt Sie fann's, fie fann's nicht lassen Ihr Blut als Lösegeld.

O Tag, so schwarz und trübe, Du zeugst von meiner Nacht; Tag, so warm von Liebe, Ich seh' der Gnade Macht.