XI
Aber es erschien wünschenswerth, einen häufigeren Wechsel und eine größere Freiheit in der Wahl der Lieder zu ermög lichen, und neben den regelmäßigen kirchlichen Gottesdiensten auch für außergewöhnliche religiöse Versammlungen, sowie für große vaterländische Feiertage geeignete Festgesänge darzubieten. Eben diese verhältnißmäßige Fülle hat auch dazu beigetragen, das neue Gesangbuch einem größeren Kreise von Gemeinden annehmbar erscheinen zu lassen.s doit
Die Frage des Textes anlangend, sind die Herausgeber des Gesangbuchs bei jedem aufgenommenen Liede thunlichst auf den Originaltert zurückgegangen, soweit derselbe nachzuweisen und ihnen zugänglich war. Aber bei aller Pietät gegen die Dichter haben sie die Ueberzeugung nicht verläugnen können, daß ein Gesangbuch nicht eine Sammlung für literar- historische Zwecke sei, daß es nicht nur von Kennern unserer alten Sprache gewürdigt werden solle, sondern vor allem eine von dem Volfe unserer Zeit verstandene Sprache reden müsse. Sie haben daher den älteren Liedern gegenüber kein Bedenken tragen können, dieselben oft erheblich zu kürzen und auch sonst an ihrem Wortlaut zu ändern. Haben einmal so manche Dichter der innigst empfundenen und kraftvollsten Lieder bald durch schwerfällige Breite, bald durch schiefe Vergleiche und spielende Bilder, bald durch Härte des Ausdrucks ihrer Zeit den Zoll bezahlt, so ist jenes der einzige Weg, manche Schäße der religiösen Poesie der Gemeinde unserer Zeit zu rettert. Aber nur aus solchen Gründen, nach sorgfältiger Prüfung und unter Berücksichtigung der tüchtigen neueren Arbeiten auf diesem Gebiet, find Aenderungen des Tertes vorgenommen worden. Lediglich wegen einer älteren Sprachform, eines ungebräuch. licheren Ausdrucks, eines unreinen Reims wofern nicht etwa
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