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nicht in einer einseitigen Richtung geschah. davor bewahrte schon der Charakter der Domgemeinde, die, wenn auch luthe. risch benannt, doch so wenig wie die übrigen Gemeinden unserer Stadt eine religiöse Anschauungsweise als die allein berechtigte in der protestantischen Kirche anerkennt, viel. mehr den verschiedenen Glaubensrichtungen evangelischer Christen in ihrer Mitte Raum gestattet. Von vornherein war es daher die Aufgabe, diesen verschiedenen Standpunkten und den sich aus ihnen ergebenden religiösen Bedürfnissen in dem Gesangbuch ge. recht zu werden. Naturgemäß war vorzugsweise da zu schöpfen, wo der Strom volksthümlicher religiöser Empfindung am kräf. tigsten floß und sich am reichlichsten in das Kirchenlied ergoß, also im 16. und 17. Jahrhundert, in den Zeiten der jugendlichen Erhebung unserer Kirche und ihrer schwersten Anfech. tungen. Aber grundsäßlich war keine Periode des geistlichen Liedes auszuschließen, am wenigsten die neuere und jüngste Zeit, wo sie nur ein wirklich volksthümlich empfundenes und fingbares religiöses Lied aufzuweisen hatte. Es war also die Aufgabe, ein wirklich evangelisch- christliches Gesangbuch herzustellen, d. h. der Gemeinde die Lieder zu bieten, in denen nicht dogmatische Reflerion vorwaltet, sondern das christliche Gefühl und die fromme Empfindung ihren innigsten, kräftigsten und wahrsten Ausdruck gefunden haben.
Die früheren Gesangbücher waren anerkannter Maßen viel zu umfangreich und enthielten des Entbehrlichen mancherlei. Indeß sollte das neue Gesangbuch, wenn auch vorzugsweise für den Gemeindegottesdienst bestimmt, doch auch für die gewöhnliche häusliche Erbauung ausreichen. Dennoch wäre es möglich gewesen, die Grenzen noch erheblich enger zu ziehen, hätte nur ganz Vorzügliches aufgenommen werden sollen.
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