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Der Chor-Sänger, ein Gesangbuch zum Gebrauch beim Vor- und Nachmittäglichen Gottesdienste
Entstehung
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Vorwort.

Wortes, welche daher im Gesang nie unnatürlicherweise verlängert werden darf.

VI

In den zweisylbigen Wörtern ist immer die erste Sylbe betont: bei Wörtern von drei oder mehr Sylben erfennt man die betonte Sylbe an dem darauf stehenden Accent oder Strichlein.

2. Die Sänger müssen sich ferner befleißen jeden Satz, sowie jedes Wort, miteinander anzufangen und zu endigen und die in dem Büchlein bezeichneten Pausen überall miteinander einzuhalten. Andere, willführliche Pausen möge man vermeiden, denn dadurch würden die Sätze und Wörter gleichsant zerrissen werden.

3. Man finge die geschweiften Noten etwas stärker; die kurzen schwach und schnell, ohne den einen oder den andern ein bestimmtes Zeitmaaß beizulegen. Un mittelbar vor einer Pause wird die Bewegung des Ge­sanges etwas langsamer, doch soll die Endung vor der Pause nicht in die Länge gezogen werden. Selbst bei den hohen und starken Noten soll der Gesang nie in Geschrei übergehen.

Besondere Regeln für die Psalmodie.

Man unterscheidet in jedem Psalmvers die Into­nation( Anfang), die Mediation( Mitte) und die Termination( Endung). Die dazwischen herrschende Note nennt man die Dominante.

Intonation. In diesem Büchlein sind nur die feierlichen Intonationen angegeben; dieselben sollen gebraucht werden an allen Sonn- und Festtagen( das festum semiduplex miteingeschlossen), ferner in Vesper und Laudes für die Verstorbenen am Allerseelentage, und bei den Laudes an einem Begräbnißtage; bei der Veerdigung selbst werden jedoch die Psalmen in tono feriali, d. h. auf der Dominante angestimmt.

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