Vorwort.
Der alte gregorianiſche Choualyeſang iſt eine Zierbe des inthofficher Guestiones; fein anderer Geinng Fimmt denfeller glaigh an Bide und Frünnigfait.. In gegenmäntigen Büffein hat man sich nur Aufgabe gestellt der Süngen der Vortrag des Choral gefanges zu erleichten, und zu diesem Zwed folgende Berbesserungen vorgenommen:
Ju den lateinischen Text sind, bei allen Börtern von mehr als zwei Sylben, die betonten Sylben durch ein Accent oder, wo es nöthig war, wie bei den Psalmen und Litaneien, mit fetten Buchstaben bezeichnet
worden.
Im Gesang selbst hat man die störenden Schlüsselversetzungen vermieden, die Bausenstriche an der rechten Stelle angebracht, zahlreiche lange und kurze Noten nach bestimmten Grundfäßen eingeführt, verschiedene Mängel und Fehler beseitiget und manches Dienliche herbeigezogen, wie der Sänger leicht selbst erkennen wird. Zum guten Gebrauch des Büchleins müssen jedoch folgende Regeln beobachtet werden:
Allgemeine Regeln für den Vortrag des Choralgefanges.
1. Vor allemt müssen die lateinischen Wörter richtig ausgesprochen und betont werden. Wie im Deutschen, so hat auch im Lateinischen jedes Wort von zwei und mehr Sylben eine betonte Sylbe, die etwas stärker gesungen werden soll; schwächer singt man die nicht betonten Sylben, besonders die letzte Sylbe eines jeden


