für Unfruchtbare.
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wie GOtt nicht einerlei Natur allen Menschen giebt, so auch nicht einerlei Fruchtbarkeit. Wenn nun GOtt diese Gabe nicht in ihre Natur gelegt hat, so sollen sie deßwegen mit GOtt zufrieden sein und wissen, daß er doch darum ihr gnädiger GOtt iſt, der sie liebe und ihnen gewogen sei. Hat eine Tulpe schon nicht so viele Blumen, wie der Rosenstock, so ist sie doch dem Gärtner und Herren des Gartens ein liebes Gewächs. Wie viel Blümlein zieren nur den Garten und tragen doch keine Früchte, und man hat dieselben doch gerne im Garten stehen, so sind auch unfruchtbare Eheleute GOttes liebe Kinder, ob sie gleich andern an Fruchtbarkeit nicht gleich sind.
2) Sie sollen sich erinnern, daß Kinder eine Gabe des Herrn sind: wem er diese Gabe nicht geben will, der ſoll darum nicht wider GOtt murren, noch übel dazu sehen, wenn GOtt einem viel, dem andern weniger giebt, GOtt ist der HErr in seinem Haus: wie er will, so theilt er aus. GOtt hat sich drei Schlüssel vorbehalten, denSchlüssel zumGrabe: denn Niemand kann Todte auferwecken, als GOtt; den Schlüssel zum Regen: denn kein Göße kann Regen geben, und kein Mensch kann regnen lassen; und den Schlüssel zum Mutterleibe: da kann Niemand öffnen, wenn der HErr zuschließt, und Niemand zuschließen, wenn der HErr öffnet. Ist aber diese Vorenthaltung des Ehesegens GOttes gnädiger Wille, so haben solche Eheleute eine Probe ihrer Geduld, Gelassenheit und Hoffnung bewiesen.
3) Unfruchtbarkeit ist kein Zeichen des Zorns GOttes! denn daß GOtt nicht zornig über sie sei, sollen sie daraus entnehmen, weil es ihnen GOtt an andern Wohlthaten nicht fehlen läßt; er giebt ihnen leiblicheGaben: Gesundheit, Segen, Nahrung,


