Druckschrift 
Tägliches Hand-Buch, in guten und bösen Tagen, das ist: Aufmunterungen, Gebete und Gesänge, 1) Für Gesunde; 2) Für Betrübte; 3) Für Kranke; 4) Für Sterbende; wie auch Sprüche, Seufzer und Gebete, dem Sterbenden vorzusprechen, nebst den Fest- Andachten [...] von Johann Friedr. Starck [...]
Entstehung
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Erinnerung und Trost.

Wohlergehen, welches alles er bisweilen denen ,. die Kinder haben, nicht so reichlich ertheilt, sondern Krankheit, Kinderkreuz und Elend ihnen reichlich zumißt. GOtt gibt ferner Denen, welche ohne Kinder sind, die himmlischen Gaben, als Freude in GOtt, Frieden mit GOtt, die Gerechtigkeit JEsu Christ, Trost und Wonne. Dadurch wer­den sie ja abermals überzeugt, daß GOtt nicht zornig über sie sei; denn wer unter GOttes Zorn und Ungnade stehet, der muß gewiß der himmlischen Gaben entbehren.

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4) Es sollen unfruchtbare Eheleute daran den­ken, daß GOtt auch hierin ihnen eine besondere Gnade erweise, und ihres Leibes und Gemüths Zustand besser erkenne, als sie selbst, denn, obgleich viele Ehefrauen die Kinder lieb haben, so findet fie doch Gott vielleicht zu schwach, sowohl in der Ge­burt, als in der Erziehung der Kinder, als auch in Kinderkreuz; vielleicht würde das Kreuz ihr und ihrem Ehemann viele Zerstreuungen und Sorgen verursachen, die sie an ihrem Gebet und Gottes­dienst verhindern, ja, vielleicht würde das Kind viele Betrübniß machen, wenn es GOtt nach sei­nem Rathschluß wieder sterben ließe; darum, weil GOtt die Stärke und Schwachheit der Menschen besser kennt, als sie selbst, so beweist er ihnen da­rin eine besondere Gnade, welche sie doch aus Un­verstand für keine Gnade halten.

5) Besonders aber sollen sich Eheleute ja wohl hüten, daß sie keine Kinder von GOtt mit Murren und Grämen u. mit ungeduldigem Flehen erzwingen wollen, denn sonst gibt ihnen Gott im Zorn Kin­der afer vielleicht muß die murrende Mutter ihr Leben over ihre Gesundheit darüber verlierert, oder wenn dies nicht geschieht, so geräth ein solches,