Druckschrift 
Gesangbuch für die Evangelisch-Protestantische Kirche des Großherzogtums Baden
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

So wunderbar bereitet,

Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand

Lob und Dank.

Dich zu erkennen leitet, Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis,

Ist sich ein täglicher Beweis Von deiner Güt und Größe.

17.

Nach eigener Melodie; oder: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet.

Mie groß ist des Allmächtgen

Güte!

Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, Der mit verhärtetem Gemüte Den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen Sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht!

2. Wer hat mich wunderbar be­reitet?

Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Guts genießen? Ist's nicht sein Arm, der alles schafft?

3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben,

6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen! Gott unser Vater sei gepreist, Und alle Welt sag' Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn Und hoff' auf ihn und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen?

Christ. Fürchtegott Gellert 1715-1769.

Zu welchem du erschaffen bist, Wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden, Durch Gottes Güte sind sie dein; Sieh, darum mußte Christus leiden, Damit du könnteſt selig sein.

Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn?

Sein Will ist mir ins Herz ge­schrieben,

Sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben Und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille:

Ich soll vollkommen sein wie er. Je mehr ich dies Gebot erfülle, Stell' ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht, Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht.

6. Gott, laß deine Güt und Liebe

Mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk' in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn! Sie tröste mich zur Zeit der Schmer­zen,

Sie leite mich zur Zeit des Glücks, 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht Die Furcht des letzten Augenblicks! Und sie besieg' in meinem Herzen

ehren

Christ. Fürchtegott Gellert 1715-1769.