Druckschrift 
Gesangbuch für die Evangelisch-Protestantische Kirche des Großherzogtums Baden
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Lob und Dank.

18.

Mel. An Wasserflüssen Babylon.

Ge etreuer Gott, wie viel Geduld

Erzeigest du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld, Du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, Sein Sinn ist dir entgegen; Und gleichwohl, Bater, suchst du ihn Durch Gnad und Huld zurückzuziehn, Durch Langmut zu bewegen.

2. Du giebst den Sündern Zeit und Raum,

Der Strafe zu entgehen. So läsfest du den argen Baum Nicht ohne Pflege stehen; Du wartest sein, du suchest Frucht, Und wenn du gleich umsonst gesucht, Hörst du nicht auf zu bauen; Du schonest sein von Jahr zu Jahr, Dein Vaterherz hofft immerdar Noch Frucht von ihm zu schauen.

3. Barmherziger, so große Huld Erzeigst du frechen Sündern

Und hast nicht weniger Geduld Mit deinen schwachen Kindern. Sie werden ja, wenn Fleisch und Welt

Und Satan ihnen Netze ſtellt,

Oft sicher, matt und träge; Sie straucheln, sie vergehen sich, Sie fallen oft, verlassen dich Und deine heilgen Wege.

4. Drum rufst du ihnen in Gefahr, So oft sie irre gehen, Reichst ihnen Hand und Stärke dar, Du lockest sie mit Baterhuld, Von Sünden aufzuſtehen. Versprichst, durch Christum ihre Schuld

19

Und Fehler zu vergeben,

Giebst reichlich Glauben, Geist und Kraft

Und nach vollbrachter Pilgerschaft Ein ewig Freudenleben.

5. O Gott der Güte, duld uns noch

Um Christi Tod und Schmerzen! Erwecke du und rühre doch Die trägen sichern Herzen, Daß deine Huld und Batertreu Doch nicht an uns verloren sei, Daß wir das Böse hassen Und uns noch in der Gnadenzeit Durch deine große Gütigkeit Zur Buße leiten lassen!

Joh. Christ. Zimmermann 1702-1783.

19.

Mel. Es ist genug! So nimm, Herr, meinen Geist.

Gott ist getreu! Sein Herz, sein Mein Glaubensgrund hat dieſes

Vaterherz

Siegel:

Ist voller Redlichkeit.

Gott ist getreu!

Gott ist getreu bei Wohlsein und

2. Gott ist getreu! Er ist mein bei Schmerz, treuster Freund, In gut und böser Zeit. Dies weiß, dies glaub' ich fest. Weicht, Berge, weicht, fallt hin, ihr Ich bin gewiß, daß er mich keinen Hügel, Feind