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Gesangbuch für die Evangelisch-Protestantische Kirche des Großherzogtums Baden
Entstehung
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Lob und Dant.

8. Wie ein Vater seinem Kinde Niemals ganz sein Herz entzeucht, Ob es gleich bisweilen Sünde Thut und von dem Pfade weicht, Also hält auch mein Verbrechen Mir mein frommer Gott zugut, Will mein Fehlen mit der Nut Und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

9. Seine Strafen, seine Schläge, Ob es mir gleich bitter scheint, Sind, wenn ich es recht erwäge, Dennoch Zeichen, daß mein Freund, Der mich liebet, mein gedenke Und mich von der schnöden Welt, Die uns hart gefangen hält, Durch die Trübsal zu sich lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

10. Das weiß ich fürwahr und lasse Mir's nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße Und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, Tritt der schöne Sommer ein; Also wird auch nach der Pein, Wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

Cobe den Herren, den mächtigen König der Ehren! Lob ihn mit Freuden, o Seele, das ist mein Begehren! Kommet zuhauf, Psalter und Harfe wacht auf, Lasset den Lobgesang hören!

2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, Der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet,

Der dich erhält,

Wie es dir selber gefällt! Hast du nicht dieses verſpüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, Der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet!

11. Weil denn weder Ziel noch Ende Sich in Gottes Liebe find't, Ei so heb' ich meine Hände Zu dir, Vater, als dein Kind; Bitte, wollst mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht Zu umfangen Tag und Nacht Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieſer Zeit Lob' und lieb' in Ewigkeit. Paul Gerhardt 1607-1676.

6.

Nach eigener Melodie.

In wie viel Not

Hat nicht der gnädige Gott Über dir Flügel gebreitet!

4. Lobe den Herren, der sichtbar dein Leben gesegnet,

Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet!

Denke daran, Was der Allmächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet!

5. Lobe den Herren, was in mir ist lobe den Namen! Alles, was Odem hat, stimme voll Freuden zusammen!

Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht! Lob ihn und schließe mit Amen!

Joach. Neander 1650-1680.