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Gesangbuch für die Evangelisch-Protestantische Kirche des Großherzogtums Baden
Entstehung
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8

Lob und Dank.

5.

Nach eigener Melodie; oder: Lasset uns den Herren preisen.

ollt' ich meinem Gott nicht armusin fingen?

Sollt' ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh' in allen Dingen, Wie so gut er's mit mir mein'. Ist doch nichts als lauter Lieben, Was sein treues Herz bewegt, Das ohn' Ende hebt und trägt, Die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, Also hat auch hin und wieder Mich des Höchsten Arm gedeckt, Alsobald im Mutterleibe, Da er mir mein Wesen gab Und das Leben das ich hab' Und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer,

Nein, er giebt ihn für mich hin, Daß er mich vom ewgen Feuer Durch sein teures Blut gewinn'.

du Brunnen ohn' Ergründen, Wie will doch mein schwacher Geist, Ob er sich gleich hoch befleißt, Deines Grundes Tiefe finden? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

4. Seinen Geist, den edeln Führer, Giebt er mir in seinem Wort, Daß er werde mein Regierer Durch die Welt zur Himmelspfort, Daß er mir mein Herz erfülle

Mit dem hellen Glaubenslicht, Das des Todes Reich zerbricht Und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

5. Meiner Seele Wohlergehen Hat er ja recht wohl bedacht; Will dem Leibe Not entstehen, Nimmt er's gleichfalls wohl inacht. Wenn mein Können, mein Ver­mögen

Nichts vermag, nichts helfen kann, Kommt mein Gott und hebt mir an, Sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit,

in

6. Himmel, Erd und ihre Heere Hat er mir zum Dienst bestellt: Wo ich nur mein Aug hinkehre, Find' ich, was mich nährt und hält, Tier' und Kräuter und Getreide; In den Gründen, in der Höh, In den Büschen, in der See, del überall ist meine Weide. Alles Ding währt ſeine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen

Und ermuntert mein Gemüt, Daß ich jeden lieben Morgen Schaue neue Lieb und Güt. Wäre nicht mein Gott gewesen, Hätte mich sein Angesicht Nicht geleitet, wär' ich nicht Aus so mancher Angst geneſen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.