14 Abendgebet am Freitage, u. Morgengebet am Samstage.
für alle deine bekannte und unbekannte Wohlthaten, welche du mir an dem heutigen Tag erzeiget haft! So sey mir fers ner gnädig, und schüßze mich auch in dieser Nacht. Laß mich mit guten Gedanken einschlafen, behüte mich vor Unglück, sende deine Engel, daß sie mich bewachen, und dein Friede regiere in meinem Herzen. Mein beschiedenes Theil Trübsal mache mir durch deine Güte erträglich, und komme auch als len andern Mühseligen und Beladenen zu Hülfe, auf daß du erquickest den Geist der Gedemüthigten, und das Herz der Berschlagenen. Wir leben in der Welt, umgeben mit unzähs ligen Gefahren: doch du kannst uns aus aller Noth erlösen, du verbirgest uns heimlich vor Jedermanns Troß.
Herr! weß soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich, und bin gewiß, du verläsfest mich nicht: ja, ich werde dir noch danken, daß du meines Angesichtes Hülfe und mein Gott bist. Amen.
Morgengebet am Samstage.
So habe ich denn durch deine Güte, Bater im Himmel,
auch den letzten Tag in der Woche erlebt! Deine Barmhers zigkeit währet von einem Tage zum andern. Du wirst nie müde, uns Gutes zu erweisen, wenn wir gleich oft so bald müde sind, dich für deine Wohlthaten zu preisen.
Wie glücklich bin ich, daß ich auch noch diesen Tag ers lebt habe! Heute kann ich mich noch mehr in der Reinigkeit meines Herzens, in der Ausübung des Guten, und in einer weisen Vorbereitung auf die Ewigkeit üben. Ach, vielleicht bin ich schon oft mit größter Seelengefahr eingeschlafen, und habe deine Stimme verachtet, die mir so ernstlich zurief: Was che auf, der du schläfest; stehe auf von den Todten, so wird dich Christus erleuchten! O mein Gott, wie gut ist es für mich, daß ich noch den heutigen Tag erlebt habe! Ich bete deis ne Güte an, und freue mich des Lebens. Jede Stunde, jeder Augenblick soll mir aufs Neue wichtig seyn. Ich will eilen, und nicht säumen, deine Gebote zu halten. O könnte ich heute alles das nachholen, was ich in dieser Woche versäumt habe! Gib nur, daß dieser letzte Tag derselben nicht verloren sey. Laß mir die Kürze und Ungewißheit des menschlichen Lebens tief im Sinne liegen, und erwecke mich dadurch, jede Stuns de, die du mir gönneft, weislich zu müßen. Laß doch nicht zu, baß ich so leichtsinnig, wie so viele, lebe, und mich weder um die Anwendung der gegenwärtigen Zeit, noch um die dars


