Vom Gebete überhaupt.
Verlangens und Gebetes sein soll, geben die Kirchenväter die Lehre, man müsse niemals ausdrücklich und vorsäßlich um etwas blos Zeitliches bitten, sondern sein Verlangen Gott nur vortragen, und im Uebrigen es seinem allerheiligsten Willen überlassen, uns unsere Bitte zu gewähren oder nicht; weil er besser weiß, als wir selbst, was uns gut und nüßlich sei.
Man soll Gott um sein Reich, um Wachsthum in der Heiligung und Tugend, um seinen Beistand dazu, um die zum Kampfe wider die Versuchungen nöthige Kraft und um die Abwendung alles dessen, was unserm Heile hinderlich oder gefährlich werden könnte, vorzüglich und vor Allem bitten; denn dieß allein ist nothwendig. Das Uebrige bleibt allezeit nur eine Zugabe, derer wegen wir jenes nicht vernachlässigen dürfen und welche uns Gott auch gewähren wird, wenn es anders zu unserm wahren Besten gereicht.
Es ist also das Gebet zu Allem gut und nüßlich, und wer es wohl einzurichten
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