Vom Gebete überhaupt.
blicke, die ihnen ohnehin ganz unbenüßt verstreichen, zu ersparen, z. B. ihre Gedanken zu Gott zu erheben, wenn der Schlaf in der Nacht unterbrochen wird, oder wenn man früh Morgens aufwacht; wenn man sich ankleidet; oder wenn man von einem Orte zum andern geht, und dergl. Man würde auf diese Art Zeit genug zum Beten, und keine Ursache haben, sich zu beklagen, daß man seiner Geschäfte wegen keine Zeit finde, die man Gott und seiner Seele widmen könnte. Wen seine Geschäfte am Gebete hindern, gesteht stillschweigend ein, daß er dringendere Verrichtungen habe, als sein Seelenheil.
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Da beim Beten unsere Absicht ist, dasjenige, um was wir Gott bitten, von ihm zu erlangen: so ist sehr viel daran gelegen zu wissen, was wir mit Recht von ihm verlangen können. Denn da er die Gerechtigkeit selbst ist, so können wir nichts anders, als was recht und billig ist, von ihm zu erlangen hoffen. Aus diesem Grunde, und da Gott der einzige Gegenstand unsers


