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Heiliges Lippen- und Herzens-Opfer einer gläubigen Seele oder vollständiges Gesang-Buch : enthält in sich die neuesten und alten Lieder des seligen D. Luther u.a. erleuchteten Lehrer unserer Zeit ; zur Beförderung der Gottseligkeit bei öffentlichem Gottesdienst in Pommern und andern Orten zu gebrauchen ; eingerichtet, auch mit bekannten Melodien versehen ; Nebst einem geistreichen Gebet-Buch ; mit vermehrtem Sonn- und Festtags-Register versehen / von ... Laur. David Bollhagen
Entstehung
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Der Catechismus Lutheri.

schet, sollst du nicht das Maul ver- Was die Unterthanen der Obrig­binden. Und Christus spricht: Ein feit zu thun schuldig sind. Arbeiter ist seines Lohnes werth. Jedermann sei unterthan der 1. Tim. 5. Wir bitten euch, liebe Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Brüder, daß ihr erkennt, die an Denn es ist keine Obrigkeit ohne euch arbeiten, und euch vorstehen von GOtt geordnet. Wer sich nun in dem HErrn, und euch ermah- wider die Obrigkeit seßet, der wi­nen, habet sie desto lieber, um ih- derstrebet GOttes Ordnung: Wer res Werkes willen, und seid fried aber widerstrebet, der wird sein Ur­sam mit ihnen. 1. Thess. 5. Gehor- theil empfangen. Denn sie trägt das chet euren Lehrern, und folget ih- Schwert nicht umsonst: Sie iſt nen, denn sie wachen und sorgen GOttes Dienerin, eine Rächerin für eure Seelen, als die da Rechen- zur Strafe über den, der Böses schaft dafür geben müssen, auf daß thut. So seid nun aus Noth un­sie es mit Freuden thun, und nicht terthan, nicht allein um der Strafe mit Seufzen: denn das ist euch willen, sondern auch um des Ge­nicht gut. Hebr. 13. wissens willen. Derhalben müſſet ihr auch Schoß geben, denn sie sind GOttes Diener, die solchen Schutz sollen handhaben. So gebet nun Jedermann, was ihr schuldig seid, Schoß, dem der Schoß gebühret: Zoll, dem der Zollgebühret: Furcht, dem die Furcht gebühret: Ehre, dem die Ehre gebühret. Röm. 13. Und Christus spricht: Matth. 22, Gebet GOtt, was GOttes ist, und dem Kaiser, was des Kaiſers ist. Man muß GOtt mehr gehorchen, denn den Menschen. Ap.- Gesch. 5, Sanct Paulus in der 1. Tim. 2. spricht: So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Dank­fagung für alle Obrigkeit, auf daß wir ein ruhiges und stilles Leben unter ihnen führen, in aller GOtt­seligkeit und Ehrbarkeit. Und zu seinem Jünger Tit. 3 spricht er: Erinnere sie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit zu allen guten Werken bereit sein, niemand lä­stern, 2c.

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Der weltlichen Obrigkeit. Lasset euch weisen, ihr Könige, und lasset euch züchtigen ihr Rich ter auf Erden. Dienet dem HErrn mit Furcht, und freuet euch mit Zittern. Pf. 2. Jtem, ihr Fürsten und Städte, thut eure Thore weit auf, daß Christus der König der Herrlichkeit darinnen wohne. Pf. 24. Könige sollen der Kirchen und Prediger Pfleger sein, und Köni­ginnen sollen ihre Säugammen ſein. Ef. 49. Lasset ab vom Bösen, und lernet Gutes thun, trachtet nach Recht, helfet den Bedrückten, schaffet den Waisen Recht, und helfet der Wittwen Sachen. Ef. 1. Den Richtern.

Siehe dich um unter allem: Volte nach redlichen Leuten, die GOtt fürchten, wahrhaftig und dem Geiz feind sind, die seße über sie, daß sie das Volk allezeit richten. 2. Buch Mos. 13. Sehet zu, was ihr thut, denn ihr haltet das Gericht nicht den Menschen, sondern dem HErrn, und er ist mit euch im Gericht. Darum lasset die Furcht des HErrn bei euch sein, und hütet euch, und thut es: Denn bei dem HErrn unserm GOtt ist kein Unrecht, noch Ansehen der Person, noch Annehmen des Geschenks, 2. Buch der Chron. 19.

Den Ehemännern. Jhr Männer, wohnet bei euren Weibern mit Vernunft, und gebet dem weiblichen, als dem schwäch­sten Werkzeug seine Ehre, als auch Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Gebet nicht verhin­dert