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Heiliges Lippen- und Herzens-Opfer einer gläubigen Seele oder vollständiges Gesang-Buch : enthält in sich die neuesten und alten Lieder des seligen D. Luther u.a. erleuchteten Lehrer unserer Zeit ; zur Beförderung der Gottseligkeit bei öffentlichem Gottesdienst in Pommern und andern Orten zu gebrauchen ; eingerichtet, auch mit bekannten Melodien versehen ; Nebst einem geistreichen Gebet-Buch ; mit vermehrtem Sonn- und Festtags-Register versehen / von ... Laur. David Bollhagen
Entstehung
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Der Catechismus Lutheri.

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lerne GOtt und meinen Nächsten| be, und alaube doch der Schrift, lieben.

19. Was soll einen Christen vermahnen und reizen das Sacra­ment des Altars oft zu empfangen? Antwort: Ono

was sie davon saget, Galat. 5, Röm. 7. stort Zum andern, daß er um sich sehe, ob er auch noch in der Welt sei, und denke, daß es an Sün­den und Noth nicht fehlen werde, wie die Schrist sagt, Joh. 15 u. 16, 1. Joh. 2. und 5. Cap.

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Zum dritten, so wird er auch den Teufel um sich haben, der ihm mit Lügen, Morden Tag und Nacht keinen Frieden innerlich und äußerlich lassen wird, wie ihn die Schrift nennet, Joh. 8. und 16, 1. Petr. 5, Ephef. 6, 2. Timoth 2. NOTA.

Von GOttes wegen soll ihn Beides, des HErrn Christi Gebot und Verheißung, darnach auch seine eigene Noth, so ihm auf dem Halse liegt, treiben, um welcher willen solch Gebieten, Locken und Verheißen geschieht.

( Unsre Noth ist, daß wir schwer gefündigt haben, und daher alle Augenblicke des Zornes GOttes und des Todes gewärtig sein müssen.) y Hoc an zdi 20. Was soll aber ein Mensch thun, wenn er solche Noth nicht fühlen kann, oder keinen Hunger und Durst des Sacraments. by empfindet? Antwort:

Diese Fragstücke und Antworten sind kein Kinderspiel, sondern von dem Ehrwürdigen und frommen D. Luther für Jung und Alt aus einem großen Ernst vorgeschrieben. Ein Jeder sehe sich vor, und lasſe Dem kann nicht besser gerathen es sich auch Ernst sein; denn St. werden, als daß er erstlich in sei- Paulus an die Galater im 6. Cap. nen Busen greife und fühle, ob spricht: Irret euch nicht, Gott er auch noch Fleisch und Blut ha- läßt sich nicht spotten.

Die chriftliche Haustafel.

Wie ein Jeder in seinem Stande GOtt dienen soll.

Den Bischöfen, Pfarrherren und Predigern.

Coin in Bischof und Prediger soll

schuldig sind.

unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, mäßig, sittlich, gastfrei, lehrhaftig, als ein Haus- Der HErr hat befohlen, daß die­halter GOttes. Nicht ein Wein- jenigen, die das Evangelium predi­fäufer, nicht pochen, nichtunehrliche gen, vom Evangelio sich nähren ſol­Handthierung treiben; sondern len. Der dem Altar dienet, soll gelinde, nicht haderhaftig, nicht vom Altar leben. 1. Cor.9. Dermit geizig; der seinem eigenen Hause GOttes Wort unterrichtet wird, wohl vorstehe, der gehorsame Kin- der theile mit allerlei Gutes dem, der habe mit aller Ehrbarkeit; der ihn unterrichtet. Jrret euch nicht ein Neuling, auf daß er sich nicht, GOtt, läßt sich nicht spotten. nicht aufblase, und dem Lästerer Gal. 6. Die Aeltesten, die wohlvor­ins Urtheil falle. Der da halte ob stehen, und am Wort arbeiten, dem Wort das gewiß ist, und lehren- halte man zwiefacher Ehren werth. kann, auf daß er mächtig sei zu Denn GOtt der HErr spricht in der mahnen durch die heilsame Lehre, Schrift: dem Ochsen, der da dre­)( 5 schet,

und zu strafen die Widersprecher. 1. Timoth. 3, Tit. 1.

Was die Christen ihren Lehrern und Seelsorgern zu thun