Morgengesänge.
Kampf mög' kämpfen, die Lust des Fleisches dämpfen, und wohl mein'n Lauf vollend'.
8. Gieb mir an diesem Tage deine Schußengelein, daß alles, was ich habe, möge bewahret sein! Laß auch zur rechten Zeit den Tag des Heils anbrechen; die Mängel und Gebrechen vertehr in Freudigkeit.
9. Stark bist du, HErr, und mächtig, und fannst helfen gar wohl, ich will's lassen bedächtig gehn, wie es gehen soll; dir sei es heimgestellt, mein' Seel', mein Leib, mein Leben sei dir, mein GOtt, ergeben, mach's, wie es dir gefällt. Jojua Wegelin. 21. Mel. Warum betrübst du. Grmuntre dich, Herz, Muth und
Sinn, es ist die stille Nacht dahin, der Tag bricht nunmehr an; bring' meine Seel', zur Morgenstund', dem HErrn ein dankbar Herz und Mund.
2. Ach! wie viel tausend Unge lück der HErr getrieben hat zu rück; die dir der Feind bestellt, die hat GOtt von dir abgewend't, wohl dem, der es nur recht erkennt.
3. Ach HErr! ich bin ja zu gering, daß du erzeigst mir solche Ding', die ich nie hab' verdienet! wär's ohne deine große Güt, so wär' ich blieben unbehüt't.
4. Nun, HErr, ich seh, daß nichts als Gnad' bei dir statt allzeit funden hat, der ich genieße wohl; ach, lasse nichts als Lob und Dank bei mir sein all mein Lebenlang.
5. Laß mich hinbringen diesen Tag, wie es dein heil'ger Will' vermag; halt mich in deinem Schuß. Laß stets vor meinen Augen sein die letzte Stund' des Lebens mein.
6. Damit ich ja nicht mit Bedacht in schwere Sünde werd' ge
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bracht; den Tod mich warnen laß. Dir ich befehl mein'n Sinn und Muth, mein Leib und Seel', mein Hab' und Gut.
7. Wohlan! an mein'n Beruf ich geh, und anders nichts ich mich verseh zu meinem lieben GOtt, als daß umschränke mich sein Schuß: darauf biet' ich dem Satan Truß.
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J. M. Dilherr.
22. Mel. Ich dank dir, lieber. Erwache, mein Gemüthe, indem rüh
mein Leib erwacht, und me GOttes Güte, die er dir diese Nacht hat abermals erwiesen. Ach wahrlich, seine Treu, die nie g'nug wird gepriesen, ist alle Morgen neu.se
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2. Ach, mit viel tauſend Sünden lag hier dein Herz umklemmt, dein Herz schlief ohn' Empfinden, dein Sinnwert stand gehemmt, wie bald konnt es geschehen, daß drauf der Bösewicht dich sich hätt' ausersehen, und plößzlich hingericht't!
3. Bedent, auf wie viel Wege er manches Trauerspiel oft anzurichten pflege; GOtt aber steckt das Ziel, und führt ringsum die Seinen der Engel Wach heran, damit der Satan keinen derselben fällen kann.
4. Dein' Huld hat es gemachet, o Vater in der Höh, daß ich gesund erwachet, jeßt an mein' Arbeit geh; mein' übermächt'ge Sünde hat es zwar nicht verdient; verzeih, HErr, deinem Kinde, und bleibe mir versühnt.
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5. Laß ferner deinen Segen auch fünftig bei mir sein, daß ich auf rechten Wegen vor dir geh aus und ein; laß alles wohl gelingen, was ich anheb und thu, send' auch vor allen Dingen mir deine Weisheit zu.
6. Laß mich dir fest vertrauen, ich sei dein liebes Kind, daß mir
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