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Andachten und Erweckungen
mit weifem Ernst sich bestrebt haben. So habe ich mich denn feyerlich dem Dienste meines Gottes, und meines ewigen Wohlthäters gewidmet. So habe ich mich verpflichtet, als ein Jünger und Nachfolger meines Erlösers zu leben, und ihn mit meinem Geist und mit meinem Leibe zu preisen, die bende sein Eigenthum sind. Wie heilig sind diese Verpflichtungen! Wie uni anks bar, wie unglücklich würde ich nicht seyn, wenn ich diese Zusagen vergåsse, und diese Versprechungen nicht hielte! Welch eine Verantwortung, welch ein Gerichte würde ich zu erwarten haben, wenn ich nun noch der Sünde dienete, wenn ich nicht alle Fehler, alle böfe Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, ernsts lich bestritte, wenn ich eben so träge und nachläffig im Guten wäre, als ich ehemals gewefen bin! So würde ich mich aller Vorrechte und Seeligkeiten, die ich als ein Christ besige, verlustig, und meine Vers dammniß um so viel schwerer machen. Ach Gott, era laube nicht, daß ich so undankbar gegen dich und so feindseelig gegen mich selbst handle. Bevestige meine guten Entschlieffungen, und verleihe mir die Gnade, an der Ausführung derselben unverzüglich und uners můdet zu arbeiten. Erhalte du felbst mein Herz bey dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Bes wahre mich vor Versuchungen, stårke mich, wenn ich darein gerathe, und laß mich das Kleinod, zu welchem du mich durch Christum berufen hast, niemals aus den Augen verlieren. So werde ich den guten Kampf kämpfen, den Glauben behalten, und meinen Lauf glücklich vollenden. So werde ich dereinst die Krone der Gerechtigkeit aus deiner Hand empfangen, und dir Lob und Ehre bringen, in Ewigkeit. Amen.
Phil. 2, 5. in jeglicher sey gesinnet, wie Je sus Christus auch war.
11. Ges


