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Gott! du bist ein Geist, der vollkommenste, der ewige Geist!( I Tim. 1, 17.) Auch wir sind Geister, um deinen großen Thron Schöpfung
die
umher vertheilt; unsere Seele ist nicht von Staub gemacht, nicht gemacht, um in Staub und Verwesung überzugehen. Dieser sterbliche Körper wird allein die Beute des Todes! Aber er ist nicht der Mensch! Er ist nur die Wohnung des Menschen, nur das Gezelt des unsterblichen Geistes,( 2 Kor. 110.) welcher nach einigen hier überlebten Tagen der ersten Bildung zur höhern Bestimmung forteilt! so schildert uns Vernunft und Religion das Wesen des Menschen. Die Stunde des Todes, schauerlich durch die schmerzhafte Auflösung der irdischen Hülle, ist für uns zugleich die Stunde des lleberganges in neue, hellere Wohnungen des ewigen Lebens! Hier in diesem geweihten Gottesacker liegt nur der sterbliche Theil des Menschen; hier ruht nur Staub im Staube, nicht der Mensch, nicht der edlere, der unsterb: liche Geist! Wie überströmt mich, o mein Gott! dieser große Gedanke mit Muth und Eifer zu allem Guten! mein besserer Theil wird dereinst die Früchte der Tugend und des Kampfes gegen die Reizungen des Lasters in einen bessern Leben einårndten! Möge immer das Laster auf dieser Erde stolz einhergehen; möge immer der Tugendhafte hier verbannt und verachtet, von Gütern


