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Neues Gebetbuch für aufgeklärte Christen
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freue unser Herz; wohldüftende Salben stärken ,, unsere Glieder; jeder Augenblick sey uns wich­tig, sey wie eine Blume, die wir mit gierigen Händen ergreifen und brechen. Lasset uns ,, unsere Scheitel mit Nofen bekränzen, ch' sie ,, welten! Auf allen Triften wollen wir umher­schwelgen, und genießen, was uns begegnet. Jeder full seinen Gelüsten freyen Lauf lassen; überall wollen wir Spuren unseres Wohl= wollens zurücklaffen. Das ist unser Theil, ,, weiter haben wir keine Hoffnung. Steht uns ein Armer, der sich mit Redlichkeit ernährt, eine Wittwe entgegen, so wollen wir sie uns terdrücken, um des Ihrigen habhaft zu wer­den; die grauen Haare des Greifen sollen uns nicht Ehrfurcht oder Mitleiden einflößen. Stårte sey unfer Recht! Der Schwache ist dazu ,, verdammt, ein Sklave zu seyn. Der Fromme ist ein einfältiger Thor; wir wollen ihn in der Schlinge seiner Einfalt und Tugend fangen, surd er foll es mit seinem Gute bezahlen, daß er unsere Wege tadelt, und unsere Lebensweise durch das Gegenspiel der feinigen bestraft. ,, Wohlan wir wollen Gutes genießen; alles gehört uns, was wir auf unsern Wegen finden; ein Thor, welcher sich durch Sittenlehren um Vergnügen und Wohllust bringt! denn morgen ist's aus mit uns! wir müssen sterben, und wie die Thiere vergehen."( B. d. W. 2.)

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