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Es bleiben demnach nur folgende selbst der Vernunft*) einleuchtende Lehren übrig:
dis
( 1) Daß die Seele unserer hingeschiedenen Brüder und Schwestern, welche zwar unter uns einen rechtschaffenen Lebenswandel führten, aber noch mit manchen Unvollkommenheiten und Mängeln behaftet dies Leben verließen, in einen Zustand der Reinigung und sittlichen Läuterung versetzt werden, wo sie, wie wir in diesem irdischen Leben, durch mancherley ihnen beschwer liche Schicksale von den Schlacken menschlicher Schwachheiten gereinigt, ihrer Vollendung entgegengeführt werden;
2) Daß, wie wir für unsere lebenden Mit menschen zu Gott bitten, und an ihren anges nehmen und unangenehmen Schicksalen herzli chen Antheil nehmen,( Sakob. 5, 16.) wir un fere Liebe auch auf jene Seelen ausdehnen,**) auch sie durch Gebete und Religionsübungen der Vaterliebe Gottes empfehlen dürfen, da sie mit uns durch die Bande der Menschheit und des Glaubens ehemals vereinigt waren; dg
*) S. Schwarz Syandbuch der christl. Religion, 3r Bd. S. 221. 250. C.
**) ch überlasse, schrieb Pope an den Bischof, 4.Ärbutnoth, meine verstorbene Mutter der Sør
ge einer Religion, die ihre Liebe noch jenseits des Grabes ausdehnt."


