Druckschrift 
Morgen- und Abendopfer in Gesängen / von Joh. Heinrich Wilh. Witschel
Entstehung
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Allein wie schnell kann unsre Hoffnung sterben, Wie bald ist eine Freudenwelt zerstört!

Wo ist die Freystatt vor dem Donnerkeile? Wo schlägt das Herz, das solche Kraft verhöhnt? Wo lebt der Geist, der nicht in Sorgen schwebte, Wenn Grabgefang aus allen Wolken tont? Es braust die Luft. Das Wetter rauschet näher, Und furchtbar hallt der laute Donnerschlag. Gott sey uns allen gnädig und barmherzig! Und jeder denke an den Sterbetag.

Welch Ungestümm! Es rauscht und wogt und frachet.

Der Sturm regiert die Welt. Und Schlag auf Schlag

Und Blik auf Blik erfüllt das Herz mit Schre cken

Und mahut die Welt an jenen Unglückstag, Wo Conne, Mond und Sterne sich verwandeln Und Bangigkeit der Menschen Brust erfüllt; Die Meere und die Wasserwogen brausen Und was da lebt Ein schwarzes Grab umhüllt!

Groß ist die Macht, die in der Wolke hauset,

Die Allgewalt, die solchem Sturm gebeut.