Druckschrift 
Morgen- und Abendopfer in Gesängen / von Joh. Heinrich Wilh. Witschel
Entstehung
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Gott ist es, der den Erdenkreis erschüttert, Der Schreckliche in seiner Herrlichkeit!

Was ist der Mensch, Herr, daß du sein ges denkeft,

Ihn schüßest auf der dunkeln Lebensbahn, In Nacht und Graus ihn väterlich beschirmest, Ihn rettest, wo ihn niemand retten kann! Herr, Herr, Gott, Bater, gnädig und barmherzig, Laß deinen Donner mild vorübergehn',

Laß uns im wilden Sturme dein Erbarmen, In Fluth und Wetter deine Gnade sehn! Die Welt hat ihre Freundlichkeit verloren. Ein Meer von Schrecken brauset um uns her. Das Schifflein wankt. Herr hilf uns, wir vers derben!

Du schiltst die Welt. Und deine Hand ist schwer. Doch nein! Du große Liebe kannst nicht zürnen. Du trägst die Welt mit ihrer Miffethat, Und winkeft nur mit deinen Donnerschlägen Auf die verlaßne stille Tugendbahn. Thn betet an! Er ist der Weltenmeister. Er liebt euch alle. Ihm vertrauet nur! Doch wo ein Mensch das Vaterherz betrübet, Der zittre vor dem Herrscher der Natur!

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