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Benjamin Schmolcken's Gott geheiligte Morgen- und Abendandachten in gebundener und ungebundener Rede : mit noch andern trostreichen Gebetne mehr, und sehr vielen erbaulichen Liedern versehen ; in zwei Theilen ; sammt der Lebensbeschreibung des sel. Authoris., vermehrt mit Festandachten und Wettergebeten
Entstehung
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VIII

Vorrede.

befleißen. Von dem Elend, worin ihre Seele fie. cket, haben sie kein Gefühl: sonst würde auch dieses vermögend seyn, größern Eifer und Andacht im Ge­bet bei ihnen zu erwecken. Denn Menschen können so wenig sich selbst glücklich machen, so wenig fie durch eigene Kraft ihre Widerwärtigkeiten überwin­den, denselben ausweichen oder sie von sich abkehren mögen, sondern sie müssen Gott um Besorgung ihrer zeitlichen und ewigen Wohlfahrt anflehen. Und also geschieht das Gebet der Heuchler nur mit dem Munde aus Gewohnheit, oder, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wenn sie bei demselben auch gleich die beste Ordnung beobachten, der geistreich­sten Ausdrücke sich bedienen, und allerlei Bewegungen der Glieder des Leibes machen, dergleichen sonst rech­ten Betern nur eigen sind; so wird doch ihr Gebet nicht erhöret, sie schånden Gott, dessen Wort fie in ihren Mund nehmen, damit aber Zucht hassen. Pf. L. 16. Ein andächtiger Beter und wahres Kind Gottes aber wird, so oft es vor seinen himmlischen Vater tritt, mit kindlicher Furcht vor ihm erscheinen. Es siehet und weiß, daß ihm nicht nur im Leiblichen manches abgehet, sondern es verspüret auch im Geistlichen mancherlei Mängel und Unvollkommenheit, welchen allein die Güte und Macht Gottes abhelfen kann. Solchemnach ist sein Gebet von dem Gebet eines Heuchlers ganz unterschieden. Dieser betet aus Ge­wohnheit, jener aus Trieb seines Elendes und Unver­mögens: Dieser allein mit dem Munde, und er